journal articles

Wim Decock

Katholische Moraltheologie und Vertragsrecht

Dieser Aufsatz versucht anhand von fünfzig Zitaten aus primären Quellen die Umwandlung des Vertragsrechts in den Abhandlungen katholischer Theologen zu Beginn der Frühen Neuzeit aufzuzeigen. In einem ersten Schritt wird der Frage nachgegangen, warum die Theologen auf das Vertragsrecht des gemeinen Rechts (ius commune) Bezug nahmen, um eine christliche Moral zu entwickeln. Im nachfolgenden Schritt wird untersucht, wie die Theologen die herkömmliche Vertragslehre grundlegend umgestalteten, indem sie das ius commune auf der Basis der Moraltheologie und des Naturrechts neudefinierten. Zum Schluss erfolgt eine Darstellung, wie die Theologen schließlich eine Vertragslehre entwickelten, die die vertragliche Verpflichtung auf Basis der Privatautonomie unter Berücksichtigung des politischen, moralischen und spirituellen Zusammenhangs, in welchem sich das Leben des Menschen als Pilger zu Gott abspielt, neudefiniert.